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Versicherung für einen Theaterspieler des Improtheaters

Zur Versicherung von Künstlern, zu denen Schauspieler aller Art zählen, also auch Schauspieler bei einem Improtheater muss festgestellt werden, ob dieser Künstler seinen überwiegenden Verdienst mit der Schauspielerei hat. Das gilt für alle Versicherungen im Bereich Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Das Problem dabei ist, dass die meisten Künstler, spartenunabhängig, nicht in einer festen Anstellung stehen, sondern als Freiberufler tätig sind. Daher greift in einem solchen Fall eher die Künstlersozialversicherung, die es seit 1983 gibt.

Hat ein Schauspieler z.B. seine Haupteinkünfte aus der Darstellung, hat er einen Anspruch auf Aufnahme in die Künstlersozialkasse. Die Künstlersozialversicherung ist grundlegend unterschiedlich zu den sonst üblichen Versicherungen für Selbständige und Freiberufler. Z.B. wird sie nur zu 50 % durch den Versicherten selbst finanziert, die restlichen 50% finanzieren sich aus dem Konsumentenkreis. Beim Erwerb von Künstlerleistungen und Tickets werden diese 50 % in die Preise mit einberechnet. Diesen Vorgang könnte man auch als staatliche Förderung der Kunst bezeichnen. Der restliche Beitrag, den ein Künstler aufbringen muss, errechnet sich von 3,9% seines Netto Honorars.
Man kann also als Schauspieler, auch als Darsteller im Improtheater, hauptberuflich agieren oder als Amateur mit Nebenverdienst. Von diesem selbstgewählten Status hängt es ab, ob man berechtigt ist, die Aufnahme in die KSV (Künstlersozialversicherung) zu beantragen. Die KSV prüft dann die Berechtigung.

Spezielle Versicherer bieten eine ganze Reihe von Versicherungen für Schauspieler an. Dazu gehören z.B. der Berufsrechtschutz, die Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Betriebshaftpflichtversicherung, eine Betriebsunterbrechungsversicherung, eine Datenträgerversicherung, eine Elektronik Pauschalversicherung, eine Gebäudeversicherung, eine Geschäftsversicherung, eine Glasversicherung, eine Honorarausfallversicherung, eine Inhaltsversicherung und eine KFZ Inhaltsversicherung, eine Kreditversicherung, eine Filmunfallversicherung sowie eine Veranstaltungsausfallversicherung. Was diese Versicherungen im Einzelnen abdecken, darüber informiert folgende Angebotsseite im Internet: http://www.deutsche-versicherungsboerse.de/tarifkompass/Versicherungen-für-Schauspieler-tw_898.html.

Mit einer weiteren Neuregelung seit 2009 werden die Fälle von Arbeitslosengeldberechtigung geregelt. Nach diesem Stand muss der Künstler nur noch einen Zeitraum von sechs Monaten Vorversicherungszeit nachweisen, um empfangsberechtigt zu sein. Diese Regelung betrifft alle Erwerbstätigen (auch andere Berufsgruppen), deren Tätigkeit von zyklischen Unterbrechungen betroffen ist. Die Regelung ist zunächst auf drei Jahre befristet und bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Mit anderen Worten, sie läuft in diesem Jahr aus. Von einer weiteren Regelung hat man noch nichts Neues gehört.


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